Hände, die an einem Tisch mit bunten Wollknäueln und einer kleinen Karte mit der Aufschrift "Muster Quadrat" basteln.

Rückblick: Eine Decke aus vielen Händen

Am 6. September 2026 haben wir mit rund 20 bis 30 Menschen im Treffpunkt Werder gemeinsam gestrickt, gehäkelt und gewebt – und aus vielen einzelnen, bunten Quadraten ist eine wunderschöne Patchwork-Decke entstanden. Gehäkelte Granny Squares, gestrickte Maschenproben mit Pailletten-Garn und Colourwork, gewebte Quadrate, Quasten und Pompons: Jede*r hat etwas zur bunten Decke beigetragen, egal ob mit und ohne Vorkenntnisse.

Uns ging es nicht um das perfekte Ergebnis, sondern darum, Menschen zusammenzubringen, die sich vorher nicht kannten. Eine Teilnehmerin hat es schön auf den Punkt gebracht: Wir sollten nicht alle unsere eigenen Vierecke machen, sondern eins zusammen – „weil wir dann einfach mehr sind. Und bunter.“ Auch eine gehörlose Familie war ganz selbstverständlich mit dabei, denn Handarbeit verbindet auch ohne Worte.

Die Reporterin Tina Knop war ebenfalls vor Ort und hat die Stimmung für einen Beitrag bei Antenne Brandenburg (Link öffnet in einem neuen Tab) eingefangen:

(0:00 – 0:23)
Tina Knop (Reporterin): Knallgrün, Lila, Glitzer. Wolle und Garn in allen möglichen Farben liegen bereit für eine möglichst bunte Decke aus vielen Händen. Jeder, der kommt, nimmt einfach Platz im Treffpunkt Werder; strickt, häkelt, webt in geselliger Runde bei Kaffee und Kuchen. 10×10 Zentimeter-Quadrate, die dann alle zusammengenäht werden. Die Idee dazu hatte Elisa Gelmroth vom Verein „Bewegung, Brandenburg!“.

(0:24 – 0:41)
Elisa Gelmroth (Organisatorin): Im Endeffekt geht es uns eigentlich nicht ganz so doll ums Ergebnis, sondern eher darum, dass man Leute zusammenbringt, die sich davor nicht kennen, die einfach ins Gespräch, in den Austausch kommen. Und das fehlt total in diesen Zeiten, finde ich.

(0:37 – 0:50)
Tina Knop (Reporterin): Rund 30 Menschen haben bei der Aktion „Eine Decke aus vielen Händen“ mitgemacht. Vor allem Frauen, aber auch Kinder und ein paar wenige Männer, wie Marco aus Niemeck.

(0:46 – 0:50)
Marco (Teilnehmer): Ich webe hier zum ersten Mal. Interessant! Das Weben selber ist natürlich einfach nur meditativ.

(0:51 – 0:53)
Tina Knop (Reporterin): Eine Freundin hat ihn hierher mitgebracht. Warum sie mitmachen?

(0:54 – 0:55)
Marco (Teilnehmer): Naja, man muss ja Kante zeigen.

(0:56 – 1:07)
Yvonne (Teilnehmerin): Ich glaube, in den heutigen Zeiten ist es wichtig, dass wir nicht alle unsere eigenen Vierecke machen, sondern alle zusammen. Und das ist gerade, glaube ich, ganz doll nötig. Weil wir dann einfach mehr sind. Und bunter.

(1:08 – 1:25)
Tina Knop (Reporterin): Elham Peyman ist Halbiranerin, lebt in Glindow und Albanien. Sie hat hier schnell andere Menschen kennengelernt, erlebt Brandenburg als sehr offen. Und sie legt buchstäblich Hand an bei der Aktionswoche für ein weltoffenes Werder: beim Stricken und am Donnerstag auf den Klaviertasten, als Pianistin in einem Crossover-Konzert.

(1:26 – 1:xx)
Elham (Teilnehmerin): Jeder trägt einen kleinen Beitrag und man gestaltet was zusammen. Und ich finde, auch im übertragenen Sinne wäre das sehr schön. Jeder trägt das bei, was er kann und wie er es kann und so viel er kann – und wenn man das bewusster machen würde, würde die Welt wahrscheinlich auch schon ein bisschen anders aussehen.

(1:40 – 1:44)
Tina Knop (Reporterin): Sicher so farbenfroh wie die Decke aus vielen Händen am Ende.

Die fertige Decke haben wir dem Aktionsbündnis Weltoffenes Werder geschenkt. Beim Festival für ein weltoffenes Werder am 12. September 2026 wurde sie versteigert, der Erlös von 60 € ging an das Aktionsbündnis. So hat unsere gemeinsame Decke am Ende gleich doppelt etwas Gutes bewirken können.

Der Workshop fand im Rahmen der Aktionswoche Weltoffenes Werder (Link öffnet in einem neuen Tab) statt und wurde gefördert durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt.

Fotos: Anke Scheibe (Link öffnet in einem neuen Tab)